Feige

Feige

Plural:
Feigen
Familie:
Moraceae – Maulbeerbaumgewächse
Spezies:
Ficus carica

Ursprung

Feigen stammen aus dem Orient und tauchen seit Jahrtausenden in verschiedenen Kulturkreisen auf. Im Ägypten der Pharaonen waren sie Heilmittel, die Bibel erzählt vom Feigenbaum, den Jesus von Nazaret verdorren ließ, unter einem Feigenbaum hat Buddha die Erleuchtung erlangt, und die berühmte römische Wölfin soll Romulus und Remus darunter gesäugt haben.

Pflanze

Aus wilden Feigenbäumen, die in allen Mittelmeerländern wachsen, haben sich zwei Varietäten entwickelt: Die Caprifeige, deren Früchte man nicht essen kann, und die Kulturfeige. Diese kleinen Bäume tragen entweder männliche oder weibliche Blüten. Aus den weiblichen entwickeln sich die Früchte — entweder ohne Bestäubung oder mit Hilfe der Gallwespe: Das Insekt legt seine Eier nur in die männlichen Blüten der Caprifeige. Auf der Suche nach neuen Brutplätzen bringen die geschlüpften jungen Gallwespen dann die (männlichen) Pollen der Caprifeige auch zu weiblichen Blüten der Kulturfeige. Aus dieser Verbindung entstehen die besten Früchte — Feigen der Smyrna-Gruppe mit bernsteinfarbenem Fruchtfleisch.

Anbau

Heute werden Feigen in den Mittelmeerländern, in den Subtropen der USA, Südamerikas, Südafrikas und Australiens kultiviert. Dickschalige Sorten bilden sich im Frühjahr aus der ersten frühen Blüte oder wachsen in Höhenlagen mit rauerem Klima, feine dünnschalige dagegen sind typische Sommerfrüchte mit viel Aroma. Helle, goldgelbe Honigfeigen aus Griechenland lassen sich wegen der hauchdünnen Schale leider nicht transportieren.

Importe

Das ganze Jahr über werden Feigen importiert. Die Türkei liefert von August bis Oktober, Griechenland und Frankreich im August und September, Italien im September und Oktober, Israel im Oktober und November, Brasilien von Dezember bis Juli.

Frucht

Essbar:
gesamte Frucht.
Geschmack:
süß, mit wenig Säure und typischem Feigenaroma.
Größe:
zwischen 3 und 7 cm lang, Durchmesser 4 bis 6 cm.
Gewicht:
von 30 g bis 80 g.
Form:
birnen- oder tropfenförmig.
Schale:
dünn, je nach Sorte grün, dunkelviolett oder gelb.
Fruchtfleisch:
je nach Sorte hellrosa bis dunkelrot mit zahlreichen kleinen Samenkernen; süß und sehr saftig.
Reife:
Die Früchte sind weich und platzen leicht auf; grüne Sorten aus Italien bleiben grün; grüngelbe müssen richtig gelb werden; die violetten Sorten verlieren die grünen Stellen und färben sich einheitlich violett.
Überreife Früchte:
matschig, beginnen zu gären.
Unreife Früchte:
hart; violette Früchte zeigen grünlichen Sprenkel auf der Schale; sehr unreife Früchte enthalten noch Milchsaft.

Verwendung

Roh als Obst, für süße Gerichte und zu rohem Schinken, Salami und Käse sowie zu herzhaften Salaten. Gedünstet als Beilage.

Aufbewahrung

Reife Früchte maximal 2 Tage im Kühlschrank oder 1 Tag bei Zimmertemperatur. Nachreife bei Zimmertemperatur auf weicher Unterlage.

Hinweis

Der Milchsaft in sehr unreifen Feigen kann Hautreizungen und Jucken verursachen.